BEWEGUNG
Themenartikel - 24. Mai 2017
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Dass Sportarten wie Laufen, Radfahren oder Schwimmen  gut für die Gesundheit sind, das ist seit langem bekannt. Doch körperliche Anstrengung kann auch die geistige Leistungsfähigkeit steigern. Nach dem Sport können wir uns besser konzentrieren, besser komplexe Aufgaben lösen. An der Deutschen Sporthochschule  Köln haben Wissenschaftler in einem mehrjährigen Forschungsprojekt herausgefunden: Sport macht schlau!

Der Wissenschaftler Philipp Zimmer und sein Team an der Deutschen Sporthochschule in Köln erforschen die Ursachen für die besseren Hirn-Leistungen. Dazu lassen sie 120 Probanden, zum Großteil fitte Sportstudenten, zunächst verschiedene Kognitions-Tests machen. Einer davon ist der so genannte Turm-von-London-Test. Dabei müssen verschiedenfarbige Kugeln auf unterschiedlich lange Stäbe gesetzt werden – in einer bestimmten Reihenfolge, mit möglichst wenigen Zügen und in möglichst kurzer Zeit. Mit diesem Test, der virtuell per Laptop durchgeführt wird, wollen die Wissenschaftler die Planungsfähigkeit der Probanden auf den Prüfstand stellen.

Danach folgt ein Training auf dem Fahrrad-Ergometer, einem Hometrainer. Das Trampeln wird mit der Zeit immer anstrengender, die Testpersonen müssen so lange in die Pedale treten, bis sie nicht mehr können. Danach machen sie den Kognitions-Test mit ähnlichen Aufgaben nochmals. Die bisherigen Ergebnisse bestätigen den Stand der Forschung: Nach dem Sport schneiden die Probanden im Test in der Regel besser ab als vorher.

Hinter den besseren Leistungen vermuten die Kölner Wissenschaftler unter anderem Laktat – eine Form von Milchsäure. Laktat entsteht in den Muskeln, wenn wir uns bewegen. Je mehr Anstrengung desto mehr Laktat. Für die Nervenzellen im Gehirn ist Laktat eine Art Treibstoff. Sie nutzen die Milchsäure, um richtig funktionieren zu können. Die Forscher wollen herausfinden, ob Laktat tatsächlich für die gesteigerten Hirn-Leistungen verantwortlich ist – und, bei welcher Laktat-Menge im Blut unsere kognitiven Leistungen am höchsten sind. Oder anders ausgedrückt: Wie sehr müssen wir uns körperlich anstrengen, um danach auch im Kopf möglichst fit zu sein?

Die Forschungsergebnisse dürften auch für Schul- oder Hobby-Sportler interessant sein. Wenn körperliches Training die Konzentrationsleistung erhöht – warum findet der Sportunterricht in den Schulen dann oft erst in den letzten Stunden statt?
Studenten könnten vor der Klausur eine Runde joggen, Berufstätige vor der Arbeit oder in der Mittagspause Sport treiben – oder einfach mal die Treppe statt den Aufzug nehmen.